Excel auf, Angebot schreiben, Preise kalkulieren, Rechnung erstellen… Klingt erst einmal nach ziemlich klassischem Wirtschaftsunterricht. Nur dass am Ende diesmal nicht der Lehrer die Aufgabe kontrollierte, sondern ein echter Kunde wartete: die Industrie- und Handelskammer IHK.
Die Schülerfirma IFI des Schulcampus Altlandsberg übernahm das Catering für eine Veranstaltung im Rahmen des IHK-Formats „meet&eat“. Und damit wurde aus Theorie schnell Praxis: die Möglichkeit, Gelerntes auch sinnvoll anzuwenden. Schließlich reicht es bei einem echten Auftrag nicht, wenn die Rechnung mathematisch irgendwie aufgeht. Am Ende müssen auch die Platten fertig sein. Genau dafür wurde bereits Tage vorher geplant und vorbereitet. Servietten wurden gefaltet, Speisen zusammengestellt und die einzelnen Catering-Platten vorbereitet. Und während andere nach Schulschluss längst ihre Rucksäcke gepackt hatten, war für die Schülerfirma noch lange nicht Feierabend.
Das Ergebnis konnte sich sehen und vor allem essen lassen. Neben verschiedenen kleinen Köstlichkeiten bereitete die IFI auch vegetarische und vegane Platten vor. Beim anschließenden „meet&eat“ ging das Buffet dann an die Gäste. Für die Schüler steckte hinter dem Abend allerdings deutlich mehr als ein paar belegte Platten. Angebot und Rechnung wurden selbst erstellt und mit Excel kalkuliert. Damit durchliefen sie ziemlich genau das, was auch einen normalen Betrieb beschäftigt: Was wird gebraucht? Was kostet es? Wie wird kalkuliert? Und vor allem: bekommt man anschließend alles rechtzeitig fertig?
Ganz neu ist das für die Altlandsberger Schülerfirma nicht. IFI besteht inzwischen seit zehn Jahren und wird bereits von der dritten Schülergeneration weitergeführt. Gegründet wurde sie 2016 im Wirtschaftsunterricht. Aus einer schulischen Idee ist damit längst ein kleines Unternehmen geworden, in dem Einkauf, Verkauf, Buchhaltung, Werbung und Organisation nicht nur im Lehrbuch stehen. Das zehnjährige Bestehen wurde erst im April dieses Jahres gefeiert. Auch größere Bewirtungsaufgaben kennt die Truppe inzwischen. Beim wirtschaftspolitischen Jahresauftakt im Schlossgut Altlandsberg waren Schüler Anfang des Jahres bereits für die Versorgung von mehr als 100 Gästen im Einsatz. RESPEKT, und: Zu den Menschen, die das Angebot der Schülerfirma besonders zu schätzen wissen, gehören auch Bürgermeister Michael Töpfer und Herr Götz von der IHK. Das positive Feedback der Gäste war für die Schüler eine besondere Anerkennung ihrer Arbeit, das ist selten heutzutage und daher auch eine explizite Erwähnung wert.
Begleitet wird die Schülerfirma von Karolina Fehringer, Deutsch- und Wirtschaftslehrerin am Schulcampus. Und vermutlich lässt sich Wirtschaft auch kaum anschaulicher unterrichten: Wenn in der Excel-Tabelle etwas schiefläuft, gibt es eine falsche Zahl. Wenn beim Catering etwas schiefläuft, stehen echte Gäste vor einem leeren Buffet. Diesmal blieb das Buffet allerdings nicht leer. Und nach Angebot, Einkauf, Vorbereitung, langen Stunden in der Schule und schließlich dem Einsatz beim „meet&eat“ dürfte zumindest eine Wirtschaftslektion ziemlich nachhaltig angekommen sein:
Ein echter Auftrag ist irgendwann nicht mehr Unterricht, sondern muss einfach fertig werden! Guten Appetit.
Dieser Artikel wurde erstellt durch:
Redaktion MOL Nachrichten
Steffen Herre Redakteur
mol-nachrichten.de





